K12 GALERIE | Stefan Rüesch "Landscapes"| Fotos: K12 GALERIE © 2008 Marxx
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Stefan Rüesch

Die Arbeiten von Stefan Rüesch lassen sich stilistisch kaum einordnen. Ihr Charakteristikum liegt im elementaren Umgang mit geometrischen Elementen und Figuren. Bestandteile dieser Malerei sind die gerade Linie, die Vertikale, die Horizontale, das Quadrat, das Rechteck, der rechte Winkel. Die der Geometrie entlehnten Ordnungsprinzipien dienen dazu, bestimmte Ideen zu veranschaulichen und diese als Instrumente einer persönlichen Erkenntnis anzuwenden.

Rüesch beschäftigt sich in seiner Arbeit damit, ästhetische Phänomene des Alltags aufzunehmen und zu visualisieren. Dabei geht der Maler von einem Abstraktionsvorgang aus um dann seine Vorstellungen mit den konkreten Bildmitteln Fläche, Linie, Volumen, Raum und Farbe umzusetzen. Er beschränkt sich auf die geschaute Wirklichkeit, unterwirft sich den äusseren Gesetzmässigkeiten und sucht den Weg der malerischen Reduktion. Das durch die Strenge der Geometrie erwartete statisch-starre System hebt der Maler auf und erreicht ein aus der Asymmetrie heraus komponiertes bildliches Gleichgewicht. Die Darstellung einer schematisierten Umwelt scheint in einer spannungsvollen Beziehung zu Popelementen der Werbewelt wie auch zur Simulations- und Computerästhetik zu stehen – um sich gleich wieder alledem zu entziehen. Denn in ihrer Expressivität vermitteln diese Werke die klaren inneren

Vorstellungen des Malers. Hier manifestiert sich eine Welt vermeintlich frei von Gegenständlichkeiten und Orten, Perspektive und Proportionen haben nur bedingt Gültigkeit. Aber letztlich sind diese Arbeiten doch gar nicht so weit von naturalistischen Landschaften entfernt. Sie künden schlicht von dem Mysterium der uns umgebenden Welt.

Proportion, Gleichgewicht und sensible Nüchternheit kennzeichnen die Malerei von Stefan Rüesch. Seit Beginn der Neunzigerjahren entwickelt er diese unentwegt weiter, getrieben von immer neuen Gedanken und Einsichten. Trotz dauernder Perfektionierung seiner Arbeitsweise mindern sich Gefühl und Empfindungskraft in den Werken nicht, Wiederholungen finden nicht statt. Seine Arbeiten gründen in der Seelenlandschaft von Einfalt und Aufrichtigkeit. Die Welt in Rüeschs Arbeiten scheint geordnet, ruhig, lieblich und von kindlicher Problemlosigkeit. Beim Betrachten entsteht so der Eindruck, als sei der hektische Alltag für eine kurze Zeit angehalten und gemildert worden.


Curriculum vitae

Geboren am 6. November 1963 in Luzern. Lebt und arbeitet in Rhäzüns/GR.

1983 erste Kontakte mit bildender Kunst. 1984/85 Weiterbildung in Los Angeles und Santa Monica, USA. Seit 1991 autodidaktische Auseinandersetzung im Fachgebiet Malerei und Plastik. Seit 2000 freischaffender Künstler. 2001 Aufnahme als Aktivmitglied der visarte.graubünden.


Ausstellungen (Auswahl)

1998 Einzelausstellung Galeria Fravi, Domat/Ems
2000 Einzelausstellung Galeria Fravi, Domat/Ems
2001 Jahresausstellung Bündner Kunstmuseum, Chur (juriert)
2002 Einzelausstellung Galeria Fravi, Domat/Ems
Jahresausstellung Bündner Kunstmuseum, Chur (juriert)
2003 Gruppenausstellung Kunstpanorama, Luzern
Jahresausstellung Bündner Kunstmuseum, Chur (juriert)
2004 Ausstellungsprojekt „Heimat“, Visarte Sektion Graubünden
2005 Jahresausstellung Bündner Kunstmuseum, Chur (juriert)
Einzelausstellung „Day of Berlin“, Columbus Gallery, Berlin
2006 Jahresausstellung Bündner Kunstmuseum, Chur (juriert)
2007 Gruppenausstellung Galerie Pia-Anna Borner, Luzern
Jahresausstellung Bündner Kunstmuseum, Chur (juriert)
2008 Einzelausstellung K12 Galerie, Bregenz (A)
Kunst am Bau-Projekt Ospidal Val Müstair, Sta. Maria (juriert), Bebilderung Teil Pflegebereich

Preise/Werkbeiträge/Stipendien

2005 Atelierstipendium Kanton Graubünden (Berlin)
2006 Werkbeitrag Kanton Graubünden
2007 SÜDOSTSCHWEIZ-Kunstpreis, Chur, auf Einladung (juriert)
Kunst am Bau, Amt für Kultur, Chur, auf Einladung (ausgeführt)
Preisträger Premi Cultural Ftan 2007 (juriert)
Werkankäufe Kanton Graubünden, Stadt Chur, Private (2001-2008)
Vertreten durch Kunsthandlung Markus Vonlanthen, Chur

Rhäzüns, 3. März 2008

 

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